Können wir unsere Werkzeuge für unsere Schandtaten verantwortlich machen?

Wie steht es mit der „künstlichen Intelligenz“?

 

Frei nach: Angela Renata Vasconcelos de Mendonça, Fortaleza, 2011

 

Kann die ‚überwältigende‘ Technologie mit ihrer rasanten Entwicklung von heute dazu führen, dass wir nicht mehr für unsere Taten verantwortlich sind, weil wir nicht mehr zu denken brauchen?

Maschinen können dafür programmiert werden, eng definierte und hoch spezialisierte Aufgaben zu erfüllen – zum Beispiel Schach zu spielen. Ihnen fehlt aber, was menschliche Intelligenz zuallererst auszeichnet: Bewusstsein.

Auch wenn es irgendwann einmal möglich sein wird, durch Computer Autos sicher lenken zu können, so werden sie doch nicht wirklich „sehen“ und „hören“ können.

Sie mögen ein Auto auf der richtigen Fahrbahnseite halten und auf Hindernisse reagieren, aber nicht bemerken, dass irgendetwas nicht stimmt, wenn z.B. eine riesige Banane neben einer Tankstelle aufragt.

Bewusstsein setzt zwei Dinge voraus: eine enorme Informationsdichte und ihre komplexe Vernetzung und Integrierung.

Jede Szene dringt als Einheit in unser Bewusstsein, wir können diese Erfahrungen nicht als Einzelbeobachtungen aufschlüsseln, die unabhängig voneinander wahrgenommen werden können, sondern nur als Ganzes.

Diese umfassende Qualität des menschlichen Bewusstseins stützt sich auf Unmengen von Querverbindungen in unserem Gehirn. Unsere neurologische Entwicklung und eine Lebensspanne aus Erfahrungen erlaubt es uns deshalb, sofort zu sehen, ob ein Bild „stimmt“ - oder nicht.

Computer können viel mehr Informationen aufnehmen als das menschliche Hirn, aber diese Informationen bleiben unverknüpft !

Für einen Computer sind Bilder nichts anderes als ein Teppich aus Pixeln, deren Farben nach Nummern codiert sind.

Ein Mensch sieht im Bild eine Szene, aufgeladen mit Erfahrung, Erinnerung, Querverweisen.

Erst das menschliche Bewusstsein also verleiht Bildern einen Sinn.

 
 
 
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