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Kosmopolitische Haltung

von Wolfgang Hock

Ich stehe für eine kosmopolitische Haltung, die den ganzen Erdkreis als Heimat betrachtet, den Begriff der „Staatsbürgerschaft“ oder „Nationalität“ als vollkommen überholt und rückständig ansieht, sich für offene Grenzen und freie Mobilität zusammen mit dem Recht auf freien Zugang zu Wissen, Kommunikation und Kulturgut einsetzt und auf der anderen Seite jede Form von Unterdrückung und Intoleranz, Gruppenzwang und religiöser Einengung bekämpft.


Um auf die hiesige Diskussion einzugehen: Deutschland schafft sich damit nicht ab, im Gegenteil, es kann dadurch nur gewinnen in jeder Hinsicht durch den Aufbau einer multikulturellen Gesellschaft mit Integration auf beiden Seiten, d.h. auch die Deutschen müssen die sog. „Ausländer“ integrieren und akzeptieren, dass z.B. viele verschiedene Sprachen auch hier gesprochen werden.

Weg mit dieser falschen Angst ! „German Angst“ ist im Ausland bereits zu einem Begriff geworden.

Das deutsche Erbgut hat sich in der Geschichte schon mehrfach als eine genetische Belastung dargestellt, das zu Radikalität und Terror neigte, wie im Dritten Reich und in der sozialistischen Diktatur der DDR.

Es ist bis heute immer noch ein totales Tabu in Deutschland anzuzweifeln, dass die Mehrheit der Deutschen nichts gewusst hätte von den Vorgängen in den Konzentrationslagern.

Natürlich hat sie es gewusst und sogar ganz genau! Daher kamen doch solche Äußerungen bei den Kindern während des Dritten Reiches: "Du gehörst doch vergast ...", wenn man jemanden provozieren oder ärgern wollte. Das war allgemeiner Jargon, wie mir mein Vater immer erzählt hat (Jahrgang 1925).

Das deutsche Volk hat doch erst überhaupt durch seine Mentalität und Überzeugung den Boden dafür bereitet, dass sich nationalsozialistisches Gedankengut ausbreiten konnte, auf dem dann Hitler und seine Bande wachsen konnte.

Nach dem Krieg wurde dann alles schön umgedreht und alle waren auf einmal unschuldige Opfer, angeblich verführt durch Hitler.

Das gleiche geschah dann noch einmal bei der Wiedervereinigung mit der damaligen DDR, wieder wuschen sich alle rein, die vorher alle ihre intimsten Freunde auf abscheuliche Weise bespitzelt hatten (Stasi).

Was auch hier wieder besonders ins Auge fällt, ist die Perfektion und Gründlichkeit der Deutschen, wie sie unmenschliche Taten gehorsam, bereitwillig und ohne Empathie ausführen in einem totalitären Regime.

Tun wir doch nicht so, als wären wir die Hüter der Freiheit und der Demokratie, unsere eigene Geschichte beweist genau das Gegenteil.

Deutschland hat keine Tradition von Freiheit, Demokratie, Toleranz und multikultureller Gesellschaft, die muss erst noch mühsam gelernt werden von jedem einzelnen Deutschen, das muss erst noch von unten nach oben wachsen.

Wenn das nicht geschieht, wird Deutschland und Europa weiter zurückfallen in einer immer stärker globalisierten Welt. Hier liegt die Gefahr.

 
 
 
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